Titel
Leben und Lebensstationen von Pferden der Rasse Englisches Vollblut in Deutschland (dargestellt am Beispiel des Jahrgangs 1990)
Titel(englisch)
LIFE AND LIFETIME STAGES OF THOROUGHBRED HORSES IN GERMANY - Portrayed at the example of the age-group of 1990
Name:
Toennies-Fischer, Philipp
Ort und Jahr der Promotion
Berlin, Freie Univ., Diss., 2005
Abstract
Summary It was the aim of this study to describe stages of life of English thoroughbred horses by analysing a complete age-group of one year in Germany. Materials and methods The basic population consisted of all thoroughbred foals of the year 1990, recognised as German bred. Data from January 1990 to October 2003 were obtained from the German Racing Authority in Cologne (Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V.) as well as from breeding associations of warmblooded horses and the Féderation Equestre National (FN) located in Warendorf. Additionally, the last known proprietors were asked for the whereabouts of the animals after finishing their active career as racehorses. Moreover, further information on diseases, causes in case of death and other items were requested. The dataset was transferred into a special database. Based on this, the data were allocated to particular target topics according to the aim of this study and a descriptive statistic was performed. Results Of all 1.447 thoroughbred horses born 1990 in Germany, 1.098 horses entered the training yard, 983 horses (73.4 %) took part in at least one race. All starters born in that year, altogether ran a total of 21.288 races, in their majority flat races (20.158). About 43 % of the total starters commenced their career at the age of two years, most of them had their first race with 3 years (50.16 %). Only about 5.9 % had their first race at the age of four. After 2 years and five and a half months, one half of the starters had already left the turf again. Number of races: The two-year-olds made about 2.56 races, the three-year-olds 6.59 races. The maximum of the starts was made by horses of 6 years with an average of 8 starts. With 26.38 life starts, colts and geldings had about 10 life starts more than mares (16.73). Gender relation: Mares finished their career considerably earlier than colts and geldings. Moreover, the time of leaving the turf was remarkably different depending on the age of the first start and the gender of the animal. In particular, male horses with their first race at the age of two, were longer in the yard than mares which had their first race at the age of three. Surveying the first four years, these mares experienced the quickest removal from the turf (between 31.3% and 52.2 %). Breeding: 19.9 % of the whole lot were used in breeding (thoroughbreds), the percentage of mares amounted to 37.6% compared to stallions with only 1.07 %. 32.6 % of the mares of that generation gave birth to thoroughbred foals. 8.9 % were used in breeding of warm-blooded horses. Also here, the percentage of mares was with 15.9 % higher compared to stallions (1.53 %). Entries for tournaments: 11.9 % of all horses had entries for tournaments. Colts and geldings (15 %) had the highest percentage and were predominantly used as jumpers (53.3 % of all entries). For the most part, tournaments in dressage were carried out by mares (33.5 % of all entries). Whereabouts in 2003: In 2003, 258 horses were identified individually as still alive, colts and geldings were more often used as hobby saddle-horses than mares (the ratio was 52 % to 17.93 %). Mares were more frequently engaged in breeding (thoroughbred breeding 62.5%, warm-blooded breeding 10.87 %). A total of 46.72 % of these animals were active in thoroughbred breeding. 27.8 % were used as hobby saddle-horses, 10.04 % served in non-racing sports and 8.49 % were engaged in warm-blooded breeding. 1.93 % of the horses served as hunters, 1.54 % were in retirement. For 3.47 %, there was no data on the use available. Losses: A total of 298 horses was identified as dead during the whole period of the survey, the majority of which died during the first year of 1990 (88): Of the 1,447 horses of that generation, 93.9 % survived the first year (1990), at the end of the second year (1991), 92.5 % were still alive. For the survival rate of the whole lot, two different projections were calculated. According to the results, 47 % to 63 % of all horses of that year 1990 were still alive by the end of the year 2003. Zusammenfassung Ziel der vorliegenden Arbeit war es, am Beispiel eines vollständigen Geburtsjahrganges den Lebensweg von Pferden der Rasse Englisches Vollblut in der Bundesrepublik Deutschland zu beschreiben. Material und Methoden Die betrachtete Grundgesamtheit bestand aus dem gesamten Geburtsjahrgang des Jahres 1990 für Vollblüter mit deutscher Inländergeltung, von denen Lebensdaten über den Zeitraum 1990 bis Oktober 2003 gesammelt und ausgewertet wurden. Die Daten stammten vom Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V. in Köln (DVR) sowie von Warmblutzuchtverbänden und der Fedération Equestre National (FN) in Warendorf. Zusätzlich wurde über den Weg einer Umfrage bei den letzten bekannten Besitzern der Verbleib der Tiere nach Beendigung der aktiven Karriere in Rennen sowie weitere Angaben wie zu Erkrankungen oder Todesursachen erfragt. Alle erhaltenen Daten wurden in einer eigenen Datenbank gespeichert und nach Abfrage einer beschreibenden Betrachtung unterworfen. Ergebnisse Von den insgesamt im Jahre 1990 geborenen 1447 Tieren rückten 1.098 Pferde ins Training ein, 983 Tiere (73,4 %) nahmen mindestens einmal an Galopprennen teil. Die Starter des Jahrganges absolvierten insgesamt 21.288 Galopprennen, davon überwiegend Flachrennen (20.158). Etwa 43 % aller Starter begannen ihre Rennkarriere zweijährig, die meisten Pferde debütierten dreijährig (50,16 %). Vierjährig waren dies noch 5,9 %. Nach ca. zwei Jahren und fünfeinhalb Monaten war die Hälfte der Starter aus dem Rennsport wieder ausgeschieden. Zahl der Rennen: Zweijährige liefen durchschnittlich 2,56 Rennen, Dreijährige 6,59 Rennen. Die meisten Starts absolvierten die Pferde sechsjährig mit durchschnittlich acht Starts. Hengste und Wallache hatten mit 26,38 Lebensstarts durchschnittlich fast zehn Lebensstarts mehr als Stuten (16,73 Lebensstarts). Geschlechterverhältnis: Stuten beendeten in der Regel deutlich früher ihre Rennkarriere als Hengste und Wallache, der Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Rennsport unterschied sich merklich nach dem Alter beim ersten Start und dem Geschlecht. Besonders zweijährig debütierte männliche Pferde verblieben länger im Training als dreijährig debütierte Stuten, bei denen in den ersten vier Jahren die höchsten Raten des Ausscheidens aus dem Rennbetrieb (31,3 % bis 52,2 %) festgestellt wurden. Zucht: Über den betrachteten Lebenszeitraum wurden 19,9 % der Pferde des Jahrgangs in der Vollblutzucht eingesetzt, wobei der Anteil der Stuten mit 37,6 % den der Hengste mit 1,07 % deutlich überwog. 32,6 % der Stuten des Jahrgangs brachten Vollblut-Nachkommen. In der Warmblutzucht wurden 8,9 % der Pferde eingesetzt, auch lag hier der Anteil der Stuten mit 15,9 % deutlich höher als bei den Hengsten (1,53 %). Nennungen zu Turniersportverantaltungen: 11,9 % der Pferde der Grundgesamtheit hatten Nennungen zu Turniersportveranstaltungen. Hengste und Wallache trugen mit fast 15 % den größeren Anteil und wurden vorwiegend zu Prüfungen im Springsport gemeldet (53,3 % der Nennungen). Dressurprüfungen waren eher bei Stuten zu finden (33,5 % der Nennungen der Stuten). Einsatz und Verbleib im Jahr 2003: Von 258 im Jahr 2003 als noch lebend dokumentierten Pferden wurden Hengste und Wallache häufiger als Stuten als Hobbyreitpferde eingesetzt (52 % zu 17,93 %). Stuten fanden entsprechend vermehrt Verwendung in der Zucht (Vollblutzucht 62,5 %, Warmblutzucht 10,87 %). Insgesamt wurden von 46,72 % der Tiere Einsätze in der Vollblutzucht registriert. 27,80 % wurden als Hobby-Reitpferde genutzt, im Warmblutsport waren es 10,04 %, in der Warmblutzucht 8,49 %. Zu 1,93 % der Pferde wurde eine Nutzung als Jagdpferd, zu 1,54 % die Alterspension belegt. Zu 3,47 % der Tiere lagen keine Angaben zur Nutzung vor. Verluste: Insgesamt wurden über den Untersuchungszeitraum 298 Verluste dokumentiert, wobei ein Großteil (88) innerhalb des ersten Lebensjahres auftrat: Von den 1.447 Pferden des Jahrgangs überlebten 93,9 % das erste Lebensjahr (1990), am Ende des zweiten Lebensjahres (1991) lebten noch 92,5 % der Tiere. Aus zwei unterschiedlich angelegten Hochrechnungen wird abgeleitet, dass zwischen ca. 47 % und 63 % der Pferde des Jahrgangs zum Ende des Jahres 2003 noch lebten.

